Grundsätze der IT-Industrialisierung

Verantwortlichkeiten, Ziele und Aufgaben des IIM (Industrialisierung des Informationsmanagments) werden aus einigen wenigen elementaren Grundsätzen abgeleitet. Diese Grundsätze wurden für das IIM- Modell aus der Absatz- und Produktionswirtschaft übernommen. Dort haben sie sich als Plattform für die Ableitung der Regeln und Lösungen im Umfeld der Fertigungsindustrie und bei der Produktion von Dienstleistungen bewährt. Die IIM-Forschung weist nach, dass diese Grundsätze auch für das Informationsmanagement sinnvoll sind.

Anwender & Dienstleister

Die Grundsätze

Orientierung an der Leistungsbeziehung zwischen IT Dienstleister und Anwender. Das Informationsmanagement eines Unternehmens (CIO als Aufgabenträger) ist grundsätzlich als IT-Dienstleister zu sehen, der seine Dienstleistungen, die IT-Produkte, für die Geschäftprozesse dieses Unternehmens gestaltet, plant und produziert. Diese Leistungsbeziehung trennt IT- Dienstleistungen scharf von Leistungen der Geschäftsprozesse des Anwenders. Dies erlaubt eine saubere, getrennte Beurteilung der effizienten Herstellung von IT-Dienstleistungen einerseits und der effektiven Nutzung dieser Dienstleistungen in den Geschäftsprozessen andererseits.

Nutzenorientierung. Beim Anwender entsteht durch den Verbrauch der IT-Produkte im Geschäftsprozess der Nutzen. Dies ist die "Value Proposition" des IT- Dienstleisters.
 
Produktorientierung. Der Gegenstand der Leistungsbeziehung sind IT-Produkte, die durch ihre Funktionen, Qualität, Kosten oder Preise und ihren Nutzen in den Geschäftsprozessen beschrieben werden. Das einzelne IT-Produkt und dessen Gruppierungen sind Träger aller in der Leistungsbeziehung notwendigen Commitments und Informationen (z.B. Kosten) und finales Ziel der IT- Prozesse.
 

"Industrialisierung des Informationsmanagements"

Anwenderorientierung. Der Anwender als Bedarfsträger, Empfänger und Verbraucher von IT-Produkten bewirkt in seinen Geschäftsprozessen den erwarteten Nutzen. Er ist damit die zentrale Figur in der Beurteilung der IT-Produkte und damit der Leistungsfähigkeit des IT-Dienstleisters. Die Messung von Anwenderzufriedenheit als subjektives und Nutzeninkasso als objektives Maß für die Effektivität der IT- Produkte gehören deshalb zu den Aufgaben des Informationsmanagements.

Kunden-/Marktorientierung. Der Wandel von der Entwicklungsprojekt- zur Produktorientierung erfordert eine stärkere Ausrichtung aller Rollen im Informationsmanagement auf das IT-Produkt. Das Account Management fokussiert deshalb auf den Kunden als Vertragspartner während die Produktentwicklung auf die langfristige inhaltliche Gestaltung eines wettbewerbsfähigen und marktgängigen Portfolios an IT-Produkten ausgerichtet ist.
 
Outputorientierung. IT-Produkte sind der Output eines Produktionsprozesses, der grundsätzlich "end-to-end" vom Sourcing über die Produktion bis zum Übergabepunkt am Arbeitsplatz des Anwenders betrachtet wird. Die gesamte IT -Produktion fokussiert sich auf die "Leistung beim Anwender".
 
Maximierung der Effizienz der Produktion. Die Maximierung betrifft einerseits die effiziente Produktion von IT-Produkten (Prozesseffizienz der IT) und andererseits die effiziente Nutzung von Betriebsmitteln und Personal (Ressourceneffizienz der IT). Die Konflikte zwischen den widersprüchlichen Zielen von Auslastung und Effizienz können nur durch separate Verantwortungen transparent gemacht und gelöst werden.